40 Jahre ISPA

Bei der 2. Skatolympiade 1976 in Aachen fanden sich 1.600 Teilnehmer aus dem In- und Ausland ein, darunter auch die damalige Bundestagspräsidentin Annemarie Renger, um ihrem Hobby, dem Skatspiel in einem Wettbewerb nachzugehen. Bei dieser Veranstaltung kam der Gedanke auf, die Skatspieler weltweit in einem Verein zu organisieren und weitere internationale Wettbewerbe zu veranstalten. Einige werden sich noch daran erinnern, wie Peter Brand und weitere 8 Gründungsmitglieder kurz darauf sich zusammensetzten und noch 1976 die ISPA-WORLD gründeten.

Die Gründung brachte unter anderem auch ein leicht vom DSkV abgeändertes Regelwerk mit sich.

Damit begann die Verbreitung des organisierten Skatsports in die ganze Welt. Heute zählen 20 Sektionen zu den aktiven Mitgliedern der ISPA-WORLD.

Als erster Präsident wurde Peter Brand von den Skatspielern in das höchste Amt der noch jungen ISPA-WORLD gewählt. Zusammen mit Rolf Held gewannen sie die Brüder Hagen als Sponsoren und führten die ersten internationalen Meisterschaften in Form von Welt- und Europameisterschaften ein.

2 Jahre nach der Gründung der ISPA-WORLD fand im Jahr 1978 schon die erste Weltmeisterschaft in Anaheim in den USA statt, im Jahr darauf die erste Europameisterschaft in Straßburg/Frankreich. Seitdem finden wechselseitig in den geraden Jahren Welt- und in den ungeraden Jahren Europameisterschaften statt. Mit Ausnahme der EM 2001 in Ungarn waren die Gastgeber immer Mitgliedsstaaten der ISPA-WORLD.

Ungeachtet des Verbotes von Doppelmitgliedschaften durch den DSkV ließen sich die Skatspieler nicht beirren und die Zahl der Mitglieder innerhalb der ISPA-WORLD wuchs stetig. In der Sektion Deutschland wurde 1979 der erste Bundesliga-Mannschaftsmeister mit dem Team Olympia Würselen gekürt. Von der ersten bis zur 35 Mannschaftsmeisterschaft wurden diese Deutschen Meisterschaften von Günter Weickert organisiert und souverän geleitet. Diese erste Bundesligasaison war übrigens 5 Jahre bevor der DSkV seine Bundesligameisterschaften einführte.

1980 übernahm dann Joel Viutti, seinerseits Sektionspräsident von Frankreich die Aufgabe des nächsten Präsidenten der ISPA-WORLD. In seine Amtszeit fielen die Skatweltmeisterschaft in 1984 in Dortmund mit über 800 Teilnehmern sowie die Europameisterschaften in Paris und Friedrichshafen.

Nach Joel Viutti wurde dann Achim Schindler 1992 in Canada zum neuen Präsidenten gewählt. In seine Amtszeit fielen die Annäherung zwischen ISPA und DSkV sowie die gemeinsame internationale Skatordnung, die damals vom obersten Skatrichter des DSkV, Peter Luzcak zusammen mit Folker Ehrlich mit ihren Teams und Beratern in vielen Sitzungen ausgearbeitet und anschließend von beiden Verbänden abgesegnet wurde. In diesem Zusammenhang fiel dann auch das Verbot der Doppelmitgliedschaft durch den DSkV. Die Skatspielerinnen und Skatspieler konnten ohne Konsequenzen befürchten zu müssen wieder gleichzeitig in beiden Verbänden spielen. Die Annäherung zwischen ISPA und DSkV wurde durch die Gründung und Ausspielung der gemeinsamen Champions-League untermauert, die beide Verbände seitdem wechselseitig organisieren und durchführen.

Nach 16 Jahren erfolgreicher Führung an der Spitze der ISPA-WORLD übergab Achim im Jahr 2008 im spanischen Calpe das Amt an seinen Nachfolger Rainer Grunert. In seine Amtszeit fielen die Weltmeisterschaften in Kapstadt, Karpazc und Asuncion sowie die Europameisterschaften in österreichichen Graz, Selestat in Frankreich, St. Vith in Belgien und Koblenz in Deutschland. Im diesem Jahr (2016) stellte Rainer sich nicht mehr als Präsident aus persönlichen Gründen zur Wahl.

Über all dem ganzen wollen wir aber nicht die wichtigsten Personen vergessen, für die die ISPA eigentlich da ist: für die Skatspielerinnen und Skatspieler aus aller Welt, die alle unserem gemeinsamen Hobby nachgehen und mit viel Spaß und Freude bei der Sache sind. Beispielhaft möchte ich nennen Angelika Pullig, 4fache Weltmeisterin, sowie Claudia Then und die unvergessene Gerti Lacher mit jeweils 2 Titeln. Dazu gehört auch Claudia Knape, die das Kunststück fertigbrachte, neben 3 Europameistertiteln bei den Damen im Jahr 2009 auch den Titel des Europameisters der Männer zu erringen, in dem sie im Finale der besten 16 alle Männer hinter sich ließ.

Bei den Herren verteilen sich die Titel gleichmäßiger, ist hier doch die Konkurrenz auch ungleich größer. Hier ist Detlef Plewnia mit 3 Europameistertiteln und einem Weltmeistertitel zu erwähnen, aber auch Gerd Raschke, der 2 mal Europameister und 1 mal Weltmeister wurde.

Es gibt in der ISPA aber auch Frauen und Männer, die sich schon von Anfang an für die ISPA engagiert haben. Sie haben teilweise die Geburtsstunde des Vereins miterlebt, waren bei der Gründung aktiv beteiligt und haben die Geschicke des Vereins teilweise über Jahre hinweg mitgestaltet. Es zeichnet sie aus, dass sie sich auch nach dem Beenden ihrer aktiven Funktionärstätigkeit für die ISPA einsetzen. Beispielhaft sei hier nur Rolf Held genannt, der vielen Europa- und Weltmeisterschaften seinen Stempel aufdrückte und sie für viele, viele Skatspieler zu unvergessenen Erlebnissen machte. Für diese aktiv gelebte Solidarität gebührt ihnen unser herzlicher Dank und unsere uneingeschränkte Anerkennung.

Ein besonderer Höhepunkt in den vergangenen 40 Jahren war im Jahr 2002 die WM in Grömitz, welche mit großzügiger Unterstützung von den Gebrüdern Hagen unter Leitung von Rolf C. Hagen zu einer der erfolgreichsten WM in Erinnerung bleiben wird...

In diesem Sinne freuen wir uns auf die nächsten Europa- und Weltmeisterschaften und werden gemeinsam mit allen Skatspielerinnen und Skatspielern noch viele erlebnisreiche Meisterschaften ausrichten.

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